Produktdaten für Tierfutter: Kennzeichnung und Zusammensetzung

Analytische Bestandteile, Zusammensetzung und Zusatzstoffe sind keine Kür-Attribute – sie sind eine Pflicht-Deklaration. Wo GDSN sie liefert, wo es aufhört und wie jeder Datensatz vollständig bleibt.

Jakob Feinböck, Productbay4. Juli 20267 Min. Lesezeit
☝️Das Wichtigste in Kürze
  • Tierfutter ist ein Compliance-Produkt: analytische Bestandteile, Zusammensetzung, Zusatzstoffe und Fütterungshinweise sind gesetzliche Pflichtfelder, kein optionaler Marketingtext.
  • GDSN (über einen Datenpool) liefert saubere Datensätze der großen Marken-Hersteller – aber kleinere Marken, Handelsmarken und Regionallieferanten kommen weiter als Excel und PDF.
  • Das Risiko ist ein fehlendes oder falsches Deklarationsfeld: ein unvollständiger Datensatz ist nicht nur unschön, er kann rechtlich unzulässig sein.
  • Productbay definiert den Pflichtfeld-Satz einmal, markiert jeden unvollständigen Datensatz und liest per KI die Deklaration aus Lieferanten-PDFs in strukturierte Felder.

Ein Sack Hundefutter und eine Laufjacke liegen beide im Shop-Katalog, aber sie verhalten sich in deinen Produktdaten nicht gleich. Fehlt der Jacke das Material, ist das eine schlechte Listung. Fehlen dem Tierfutter die analytischen Bestandteile oder die Zusatzstoff-Deklaration, ist das ein rechtliches Problem. Tierfutter ist ein Compliance-Produkt – und seine Daten spiegeln das wider.

Produktdaten für Tierfutter sind eine Pflicht-Deklaration: analytische Bestandteile, Zusammensetzung, Zusatzstoffe und Fütterungshinweise sind gesetzlich geforderte Felder, kein optionaler Marketingtext. Das ist der ganze Unterschied zwischen Tierfutter und dem Großteil eines allgemeinen Sortiments – und der Grund, warum die Abkürzungen, die du anderswo nimmst, hier nicht funktionieren. Das ist ein fokussierter Ausschnitt der breiteren Tierbedarf-Herausforderung und liegt neben der größeren Lebensmittel-Welt, mit der es seine Kennzeichnungslogik teilt.

Was macht Produktdaten für Tierfutter so anspruchsvoll?

Das Grundproblem ist nicht die Menge, sondern dass jeder Datensatz eine rechtlich fixe Form hat. Das Futtermittel-Kennzeichnungsrecht schreibt vor, was pro Produkt erscheinen muss:

  • Analytische Bestandteile: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche – und je nach Produkt Feuchtigkeit, Calcium und Phosphor. Deklarierte Werte vom Hersteller, produktübergreifend vergleichbar.
  • Zusammensetzung: die Zutatenliste, in der vorgeschriebenen Reihenfolge. Kein Marketingsatz – eine strukturierte Deklaration.
  • Zusatzstoffe: ernährungsphysiologische, technologische und sensorische Zusatzstoffe, mit Mengen, wo das Gesetz sie fordert.
  • Fütterungshinweise und Metadaten: Fütterungsempfehlung, Nettomenge, Mindesthaltbarkeit, Charge und Hersteller oder Verantwortlicher.

Jedes davon gehört in ein strukturiertes Feld, nicht in Freitext – weil Kunden danach filtern und vergleichen und weil eine Behörde sie abfragen kann. In dem Moment, in dem sie als Absatz im Lieferanten-PDF ankommen, muss jemand jeden Wert ins richtige Attribut übertragen, und in diesem manuellen Schritt entstehen Lücken und Fehler.

Welcher Standard greift – und wo hört GDSN auf?

Für FMCG-Stammdaten ist der Austauschstandard GDSN, das Global Data Synchronisation Network, angebunden über einen Datenpool wie 1WorldSync oder Atrify. Große Marken-Hersteller von Tierfutter publizieren darüber, für diese Marken bekommst du saubere, strukturierte Datensätze – GTIN, Logistikdaten und oft die Deklaration selbst. Aber man muss die Abdeckung ehrlich einordnen:

DatenebeneWas GDSN / Pools liefernWo es aufhört
Marken-Stammdatensaubere GTIN- und Logistikdaten großer Markennichts für Lieferanten außerhalb des Pools
Deklarationsfelderoft enthalten bei GDSN-publizierten Markenfehlend oder teilweise bei kleineren Marken
Handelsmarkedu bist die Datenquelle – kein PoolZusammensetzung und Analytik von Hand
Spezial / regionalselten GDSN-publiziertnur Excel und PDF-Datenblätter
Verkaufscontentnicht die Aufgabe eines DatenpoolsBeschreibungen und Nutzentexte fehlen

Kurz: GDSN deckt den Marken-Kern gut ab und gibt dir ein sauberes Gerüst für die großen Hersteller. Was es nicht abdeckt, sind die kleineren Marken, die Handelsmarke, die du selbst führst, die Spezial- und Regionallieferanten und der Verkaufscontent – und das ist ein großer Anteil an der SKU-Zahl eines typischen Tiersortiments.

Wie hält Productbay jeden Datensatz vollständig?

Die Aufgabe ist, die Pooldaten und die manuellen Lieferantendateien in einer Struktur zu halten und zu garantieren, dass die Pflichtfelder nie fehlen. Genau dafür ist Productbay gebaut:

  • Konsolidieren: jede Quelle einmal anbinden – GDSN-Pool-Export, Lieferanten-CSV, Excel, Feed, PDF-Datenblatt – und über GTIN abgleichen, sodass Marken- und Nicht-Marken-Datensätze in einem Katalog mit einer Feldstruktur liegen.
  • Vollständigkeit erzwingen: den Pflichtfeld-Satz einmal definieren – analytische Bestandteile, Zusammensetzung, Zusatzstoffe, Fütterungshinweise – und Productbay markiert jeden Datensatz, dem eines fehlt, sodass nichts mit einer Lücke im Compliance-Feld veröffentlicht wird.
  • Anreichern: KI liest analytische Werte, Zusammensetzung und Zusatzstoffe aus Lieferanten-PDFs und Datenblättern in die richtigen strukturierten Attribute, schreibt Verkaufsbeschreibungen und übersetzt per DeepL – immer mit Review-Queue vor der Veröffentlichung.

Productbay setzt dort an, wo GDSN endet: Es übernimmt die Lieferanten außerhalb des Pools, die Handelsmarke, bei der du die Datenquelle bist, und die Deklarationsfelder, die keine kleinere Marke sauber geliefert hat. Productbay ist für Fachhändler mit Multi-Lieferanten-, Multi-Kanal-Katalogen gebaut – und Tierfutter ist ein Musterfall dafür, warum vollständige, strukturierte Daten keine Kür sind. Fürs breitere Sortimentsbild siehe den Tierbedarf-Überblick.

Häufige Fragen

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