GTIN vs. EAN: der Unterschied, die Formate und die Pflege

GTIN, EAN, UPC — drei Wörter, die meist dasselbe meinen. Die Benennung ist einfach, wenn man das System kennt; die eigentliche Arbeit ist, die Nummern heil zu halten.

Jakob Feinböck, Gründer von Productbay25. Juli 20265 Min. Lesezeit
☝️Das Wichtigste in Kürze
  • GTIN ist der Oberbegriff; EAN der ältere Name für die 13-stellige Variante, heute GTIN-13.
  • Formate: GTIN-8, GTIN-12, GTIN-13, GTIN-14 — letztere für Handelseinheiten, nicht den Verbraucherartikel.
  • Nummern werden über das GS1-System vergeben und erreichen Händler meist über den Hersteller.
  • Die meisten Praxisprobleme sind Datenverarbeitung: verlorene führende Nullen, Text/Zahl-Verwechslung, Dubletten.

Frag drei Leute im E-Commerce nach dem Unterschied zwischen GTIN und EAN und du bekommst drei Antworten. Die ehrliche lautet: meist keiner — es sind unterschiedliche Namen aus unterschiedlichen Zeiten für dieselbe Art von Nummer.

Die Kurzfassung

GTIN (Global Trade Item Number) ist der Oberbegriff im GS1-System. EAN (European Article Number) ist der ältere Name für die 13-stellige Variante, die heute offiziell GTIN-13 heißt. Wenn ein Lieferant dir eine „EAN" schickt und ein Marktplatz eine „GTIN" verlangt, sind meist dieselben 13 Ziffern gemeint.

Die Formate

FormatStellenTypisch für
GTIN-88Sehr kleine Verpackungen, auf die kein voller Code passt
GTIN-1212Das Format, das in Nordamerika historisch als UPC bekannt ist
GTIN-1313Der Standard-Verbraucherartikelcode, früher EAN-13
GTIN-1414Handelseinheiten wie Kartons — nicht der einzelne Verbraucherartikel

Der Unterschied, über den Händler am häufigsten stolpern, ist der letzte: Eine GTIN-14 identifiziert den Karton, nicht das Stück. Sie am Verbraucherangebot zu verwenden ist eine häufige Ursache abgelehnter Listings.

Woher die Nummern kommen

Kennungen werden über das GS1-System vergeben: Ein Unternehmen erhält eine GS1-Basisnummer und bildet darin Kennungen. Als Händler erzeugst du sie normalerweise nicht — das tut der Hersteller oder Markeninhaber, und die Nummer erreicht dich als Teil der Produktdaten. GS1 ist die maßgebliche Stelle für den Standard selbst; die verbindlichen Regeln stehen in deren Dokumentation.

Wo es tatsächlich schiefgeht

Fast nie am Standard. Fast immer an der Verarbeitung:

  • Verlorene führende Nullen. Eine Tabelle liest die Kennung als Zahl und schluckt die führende Null. Der Wert sieht in Ordnung aus und ist falsch.
  • Text vs. Zahl. Dieselbe Kennung in zwei Systemen unterschiedlich gespeichert passt nicht mehr zusammen.
  • Eine Kennung auf mehreren Varianten. Verschiedene Größen mit derselben GTIN brechen das Marktplatz-Matching.
  • Im Longtail nicht vorhanden. Kernprodukte haben Kennungen; Zubehör und Nischenartikel oft nicht.

Jedes davon zeigt sich weit nachgelagert — als abgelehntes Marktplatz-Listing — lange nachdem der eigentliche Fehler beim Import passiert ist.

Wie sie sauber bleiben

Die Lösung ist strukturell: Kennungen durchgängig als Text behandeln, beim Import validieren statt erst beim Upload, fehlende Werte je Warengruppe sichtbar machen und keinen Tabellen-Umweg im Prozess zulassen. In einem PIM ist genau das der Normalfall — Kennungen liegen in einem definierten Feld, werden beim Import geprüft und je Kanal unverändert exportiert. Siehe auch Was ist eine SKU für das interne Gegenstück.

Häufige Fragen

Kennungen über alle Kanäle heil halten

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