Was ist eine SKU? Definition, Aufbau und typische Fehler
Die SKU ist die Kennung, an der alles andere hängt — Bestand, Bestellungen, Kanäle, Auswertungen. Genau deshalb macht ein schlampiges Schema jahrelang Probleme.
- ✓Eine SKU ist deine interne Kennung für eine konkrete, verkäufliche Produktvariante.
- ✓Sie ist keine EAN/GTIN: Die SKU gehört dir, die GTIN ist global und kommt meist vom Hersteller.
- ✓Jede separat verkäufliche Variante braucht eine eigene SKU — Größe und Farbe inklusive.
- ✓Halte das Schema kurz, konsistent und stabil; späteres Umbenennen ist störend.
SKU steht für Stock Keeping Unit, also Lagerhaltungseinheit. Es ist die Kennung, die du einer konkreten, verkäuflichen Produktvariante gibst, damit deine eigenen Systeme sie von allem anderen unterscheiden können. Nicht die Produktlinie, nicht das Modell — genau das Ding, das ein Kunde in den Warenkorb legen und du im Lager zählen kannst.
SKU vs. EAN/GTIN — der entscheidende Unterschied
Die beiden werden ständig verwechselt, dabei ist der Unterschied simpel: Die SKU gehört dir, die GTIN gehört der Welt.
| SKU | EAN / GTIN | |
|---|---|---|
| Vergeben von | dir | GS1-System, meist über den Hersteller |
| Geltung | intern | global eindeutig |
| Zweck | deinen Betrieb steuern | das Produkt nach außen identifizieren |
| Format | deine Entscheidung | standardisierte Ziffernfolge |
Du brauchst beides. Marktplätze ordnen dein Angebot über die GTIN zu; Lager, Bestellungen und Auswertungen laufen über die SKU. Mehr zur Kennungsseite in GTIN vs. EAN erklärt.
Wie granular muss eine SKU sein?
Die Regel: eine SKU je separat verkäuflicher, separat lagerfähiger Einheit. Ein T-Shirt in drei Farben und fünf Größen ist nicht eine SKU — es sind fünfzehn. Wenn zwei Dinge unabhängig bestellt und unabhängig gezählt werden können, brauchen sie unterschiedliche SKUs.
Ein SKU-Schema aufbauen
Ein lesbares Muster schlägt eine Zufallsnummer, weil Menschen täglich damit arbeiten. Etwas wie MARKE-WARENGRUPPE-MODELL-FARBE-GRÖSSE lässt sich gut scannen und sortieren. Drei Praxisregeln:
- Stabil halten. Nie etwas codieren, das sich ändert — Preis, Lieferant, Saison, Lagerort.
- Sauber halten. Keine Leerzeichen, Umlaute, Schrägstriche oder führenden Nullen; die brechen in CSV-Dateien, URLs und Tabellen.
- Konsistent halten. Dieselbe Logik über alle Warengruppen, sonst funktionieren Sortierung und Filter nicht mehr.
Die Fehler, die echte Probleme machen
- Eine SKU wiederverwenden für ein anderes Produkt, nachdem das alte ausgelistet wurde — historische Bestellungen und Auswertungen werden falsch.
- Die Artikelnummer des Lieferanten als eigene SKU nutzen. Beim Lieferantenwechsel oder wenn zwei Lieferanten dieselbe Nummer führen, bricht das Schema.
- Eine SKU für mehrere Varianten. Der Bestand ist nicht mehr führbar, sobald eine Größe ausverkauft ist.
- Späteres Umbenennen im großen Stil. Jedes nachgelagerte System verweist auf den alten Wert.
Warum das mit vielen Lieferanten schwieriger wird
Für Multi-Marken-Fachhändler ist die Herausforderung nicht, ein Schema zu definieren — sondern es konsistent auf Daten anzuwenden, die von dutzenden Lieferanten kommen, jeder mit eigenen Artikelnummern und eigener Variantenlogik. Genau diese Mapping-Arbeit übernimmt ein PIM: Lieferantenkennungen rein, deine kanonische SKU-Struktur raus — bei jedem Import gleich.