Was ist BMEcat? Der B2B-Katalogstandard einfach erklärt

Wer im DACH-Raum bei B2B-Lieferanten einkauft, bekommt früher oder später BMEcat-Dateien. Was der Standard ist, was er nicht ist — und wie man damit arbeitet.

Jakob Feinböck, Gründer von Productbay24. Juli 20266 Min. Lesezeit
☝️Das Wichtigste in Kürze
  • BMEcat ist das XML-Transportformat für elektronische B2B-Produktkataloge — im DACH-Raum weit verbreitet.
  • Es ist kein Klassifikationssystem: ETIM und eCl@ss definieren Kategorien und Merkmale, BMEcat transportiert sie.
  • Gängige Versionen: 1.2 und 2005/2005.1 — welche gilt, gibt der Handelspartner vor.
  • Ein PIM konsolidiert BMEcat-Input und erzeugt konsistente Exporte je Partner und Kanal.

BMEcat ist einer dieser Standards, die man selten aussucht — er kommt einfach an. Ein B2B-Lieferant schickt einen Katalog, und statt der erhofften Excel-Datei liegt eine BMEcat-XML im Postfach. Zu verstehen, was das ist, macht den Unterschied zwischen einer Datei, vor der man sich drückt, und einer strukturierten Datenquelle, mit der man arbeiten kann.

Was BMEcat ist

BMEcat ist ein XML-basierter Standard für den Austausch elektronischer Produktkataloge zwischen Lieferanten und Einkäufern. Initiiert wurde er vom BME — dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik — und ist im B2B-Handel vor allem im DACH-Raum weit verbreitet.

Seine Aufgabe: einen Katalog in einer vorhersehbaren Struktur maschinenlesbar zu machen. Statt dass jeder Lieferant sein eigenes Spaltenlayout erfindet, beschreibt eine BMEcat-Datei Produkte, Merkmale, Preise und Medien in einem definierten XML-Format.

Was in einer BMEcat-Datei steht

  • Header — Angaben zum Katalog selbst: Lieferant, Einkäufer, Sprache, Währung, Version.
  • Artikel — die Produkte, je mit ID, Beschreibungen und Bestellangaben.
  • Merkmale — die technischen Eigenschaften, oft mit Bezug auf ein Klassifikationssystem.
  • Preise — Preisarten, Staffeln und Gültigkeiten.
  • Medienverweise — Links auf Bilder, Datenblätter und Dokumente.
  • Katalogstruktur — der Kategoriebaum, in den die Artikel einsortiert sind.

BMEcat vs. ETIM und eCl@ss — die häufigste Verwechslung

Das ist die nützlichste Unterscheidung überhaupt:

BMEcatETIM / eCl@ss
Was es istTransportformat (XML)Klassifikationssystem
DefiniertWie die Datei aufgebaut istWelche Kategorien und Merkmale es gibt
Beantwortet„Wie schicke ich den Katalog?“„Was für ein Produkt ist das, und welche Eigenschaften beschreiben es?“

Sie sind keine Alternativen — sie werden zusammen genutzt. Eine BMEcat-Datei transportiert typischerweise Artikel, die nach ETIM oder eCl@ss klassifiziert sind. Wenn dich die Klassifikationsseite im Detail interessiert, siehe GDSN, ETIM & eCl@ss erklärt.

Welche Versionen relevant sind

In der Praxis begegnen dir BMEcat 1.2 und BMEcat 2005 (inklusive 2005.1). Welche gilt, ist meist nicht deine Entscheidung: Einkäufer und Beschaffungsplattformen geben Version und Pflichtfelder in eigenen Richtlinien vor. Prüfe immer die Spezifikation des Partners, bevor du eine Datei erzeugst.

Wo es in der Praxis schwierig wird

Der Standard ist sauber definiert, echte Dateien variieren trotzdem. Lieferanten füllen unterschiedlich tief, die Merkmalstiefe unterscheidet sich je Warengruppe, und im Longtail ist die Klassifikation oft lückenhaft oder fehlt. Das Ergebnis ist bekannt: Das Kernsortiment ist sauber und maschinenlesbar, Zubehör und Nischenartikel kommen dünn.

Genau diese Lücke übernimmt ein PIM — BMEcat-Input mit anderen Formaten konsolidieren, Merkmalsbezeichnungen normalisieren, Lücken füllen und dann aus einem konsistenten Datenbestand den Export erzeugen, den jeder Partner und Kanal erwartet.

Häufige Fragen

BMEcat-Daten an einem Ort zusammenführen

Buche eine Demo — wir zeigen, wie Lieferantenkataloge konsolidiert und je Kanal exportiert werden.

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